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G E S C H I C H T E

Die Polnische Katholische Mission (PKM) in Koblenz besteht schon seit 30 Jahren. Sie ist durch Beschluss des Trierer Bischofs Dr. Hermann Josef Spital am 1. April 1987 gegründet worden. Jahrelang war sie die einzige auf dem Gebiet des Bistums Trier. Bis zum Jahr 2004 umfasste sie auch das Gebiet der heutigen Polnischen Katholischen Mission Saarbrücken. Zum ersten Leiter der PKM wurde 1987 Pfarrer Henryk Bielaszewski ernannt, der mit großem Elan begann, die polnischsprachige Seelsorge zu organisieren.

Aber schon vorher, seit Ende der 70-er Jahre, kam der polnische Priester Ignacy Siwiec zweimal im Jahr aus Bayern nach Koblenz - zu Weihnachten und zu Ostern. Die Gottesdienste auf Polnisch wurden damals in der Kapelle des Brüderkrankenhauses in der Cusanusstraße gefeiert. Und ab 1986 bis zu Gründung der PKM in Koblenz kam aus Köln regelmäßig der dortige Pfarrer der Polnischen Katholischen Mission, Jan Urbanek, zu uns. Die geschätzte Zahl unserer Landsleute in Koblenz und Umland war damals auf 3 000 Menschen angewachsen.

Die Migrationswellen aus Polen in Richtung Westen (besonders in die BRD) waren Folge der antikommunistischen Solidarność-Bewegung (1980) und der Einführung des Kriegsrechts in Polen (Dez. 1981). Sie begründeten ein neues Kapitel der polnischsprachigen Seelsorge in Deutschland. Damals wurde ca. 250 000 Menschen aus humanitären Gründen Zuflucht in Deutschland gewährt. Im gleichen Zeitraum kamen aus Polen auch noch fast genauso viele Spätaussiedler.

Pfarrer Bielaszewski wohnte in Koblenz zuerst bei den Schwestern vom Heiligen Geist im Mutterhaus Marienhof. Später bezog er die Wohnung im Pfarrhaus St. Antonus im Koblenzer Stadtteil Lützel. Seit Anbeginn der Polnischen Mission wird dort an Sonn- und Feiertagen die Heilige Messe in polnischer Sprache immer um 9:30 Uhr gefeiert. Auch unter der Woche wurden verschiedene Gottesdienste entsprechend dem Kirchenkalender gefeiert: Roratemessen, Maiandachten, Rosenkranzgebete, Kreuzwegandachten und Gottesdienste an jedem ersten Freitag im Monat (Herz-Jesu-Freitag).

Einmal im Monat fuhr Pfr. Bielaszewski nach Bad Kreuznach, Daun und Trier, um auch dort die seelsorgerischen Pflichten zu erfüllen und die Heilige Messe mit polnischsprachigen Gläubigen zu feiern.

Viele Gläubige erinnern sich auch an solche Gottesdienste in Montabaur und Saarbrücken. Ab 1998 fanden im Sommer zusätzlich in Grafschaft-Leimersdorf Heilige Messen für polnische Erntehelfer statt. Außerdem spendete Pfr. Bielaszewski heilige Sakramente und Sakramentalien, wie z.B. Taufen, Trauungen, Beichten, Krankensalbungen, Beerdigungen usw. Unser Pfarrer half auch sehr oft in der deutschen Gemeinde als Vertretung für Pfr. Rudolf Hammer aus.

In der Zeit um Weihnachten fanden jedes Jahr Nikolaus-Treffen für Kinder, Adventsbasare, Treffen an der Krippe, Krippenspiele und in der Karnevalszeit Karnevalbälle für Kinder und Erwachsene statt.

Pfarrer Bielaszewski besuchte im Rahmen der traditionellen, in Polen „Kolęda” genannten, weihnachtlichen und mit einer Haussegnung verbundenen Hausbesuche von Priestern auch Gläubige zu Hause und legte bei der Gelegenheit Hunderte von Kilometern zurück. Eine große Hilfe stellte der Besuch eines befreundeten Priesters aus Polen, Dr. Jerzy Zamojski, von der Katholischen Universität Lublin dar, der jahrelang in der Weihnachtszeit nach Koblenz kam und unseren Pfarrer bei seiner seelsorgerischen Arbeit tatkräftig unterstützte.

In der PKM fanden regelmäßig Katechese und Polnischunterricht für Kinder sowie Deutschunterricht für polnische Saisonarbeiter statt. Jedes Jahr wurde die Erstkommunion gefeiert und Jugendliche bereiteten sich auf das Sakrament der Firmung vor.

Die seelsorgerische Arbeit von Pfr. Bielaszewski trug vielfältige Früchte. Einer unserer Messdiener, Konrad Lisowski, ging ins Bischöfliche Priesterseminar nach Trier. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Philosophie- und Theologiestudiums spendete ihm am 7. Juli 2007 der Trierer Dom Bischof Reinhard Marx das Sakrament der Priesterweihe.

Die Polnische Katholische Mission in Koblenz organisierte oder beteiligte sich an der Organisation von Pilgerreisen unter anderem nach Rom und ins Heilige Land. Gemeindemitglieder pilgerten auch zu verschiedenen Marienwallfahrtsorten innerhalb Deutschlands und im nahegelegenen Ausland. Unsere Jugendlichen nahmen jedes Jahr an Jugendtreffen in der Begegnungsstätte” Haus Concordia” in Dermbach teil.

Im Laufe der Zeit entstanden nach und nach viele Gebets- und andere Gruppen: Messdiener, die Gesangsgruppe (Schola), der Lebendige Rosenkranz, Treffen für Jugendliche, Ehevorbereitungskurse.

Die plötzliche Erkrankung und vor allem der unerwartete Tod unseres sehr beliebten Pfr. Henryk Bielaszewski am 23. Februar 2005 bewegten unsere Gemeindemitglieder sehr und warfen viele Fragen bezüglich der Zukunft der Polnischen Katholischen Mission in Koblenz auf.

Dank vieler intensiven Gesprächen, die von Seiten des Rektorats der Polnischen Katholischen Mission Prälat Stanisław Budyń mit dem Bistum Trier führte, bekamen die polnischsprachigen Katholiken in Koblenz zum 1. April 2005 einen neuen Seelsorger. Pater Sławomir Nadobny SChr von der Ordensgemeinschaft der „Gesellschaft Christi für Emigrantenseelsorge” (gegründet 1932 in Posen mit dem Hauptziel der Auslandsseelsorge für Polen) wurde vom Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx zum neuen Pfarrer der Polnischen Katholischen Mission in Koblenz ernannt. Im Sommer 2005 kam der emeritierte Pater Alojzy Klein SChr (gestorben 2013) nach Koblenz, um Pfarrer Nadobny in seiner Arbeit zu unterstützen.

Im April 2005 erschien die erste Ausgabe der „Sygnały Misji”, unser Informationsblatt, und im November 2006 das erste Heft der „Dziecięce Sygnały” für Kinder. Im Oktober 2006 ging unsere offizielle Internetseite online: www.pmk-koblenz.de.

Am Pfingstmontag, den 28. Mai 2007, feierte die Polnische Katholische Mission in Koblenz ihr 20-jahriges Jubiläum - mit einer feierlichen Heiligen Messe und einem großen Pfarrfest. Ein Jahr später auch an unserem Feiertag Pfingstmontag, den 12. Mai 2008, dem Tag unserer Patronin Maria, Mutter der Kirche, wurde die Fahne der PKM von Prälat Stanisław Budyń gesegnet.

Aufgrund personeller Entscheidungen innerhalb der Ordensgemeinschaft wurde das Amt des Pfarrers der PKM in Koblenz zum 1. Oktober 2008 von Pater Edmund Druz SChr übernommen. Er diente unserer Gemeinschaft mit großer Begeisterung bis zum Sommer 2011, als er für drei Jahre nach Weißrussland ging, um wichtige Dienste für die dort unter sehr schwierigen Bedingungen arbeitende Kirche zu leisten.

Ab September 2011 übernahm das Amt des Pfarrers der Polnischen Katholischen Mission Pater Jacek Staniek SChr, damals Vize-Provinzial der Provinz St. Josef, die Deutschland, Holland, Italien und Ungarn umfasst. Mit ihm und unter seiner Leitung feierten wir am 28. Mai 2012 das 25-jährige Jubiläum unserer Mission. Aus diesem Anlass hat die PKM eine Festschrift herausgegeben. In dieser finden wir Dokumente aus der Anfangszeit der Mission, Lebensläufe der Pfarrer, persönliche Berichte von Zeitzeugen und vor allem unzählige Bilder, die das vielfältige und rege Leben unserer Gemeinde darstellen und dokumentieren.

Am 1. Februar 2014 übernahm der jetzige Pfarrer Dr. Wojciech Styś das Amt in der Polnischen Mission in Koblenz. Aufgrund der sowohl sehr großen Anzahl polnisch sprechender Gläubiger als auch der sehr weiten Entfernungen, die bei der seelsorgerischen Tätigkeit jeden Sonntag, aber auch oft unter der Woche zu bewältigen sind, fassten die deutsch-polnischen Kirchenverantwortlichen den Entschluss, den Pfarrer der Polnischen Mission zu entlasten.

Mit der Entscheidung des Trierer Bischofs Stephan Ackermann vom 1. September 2015 wurde unsere Mission in drei Kreise aufgeteilt, und gleichzeitig wurden neue Seelsorger berufen. Zu ihren Aufgaben gehören jetzt sowohl die Unterstützung des Pfarrers der PKM als auch die Entlastung der deutschen Pfarrer in den hiesigen Gemeinden.

Im Kreis Trier arbeitet Pfr. Dr. Zbigniew Stokłosa, in Bad Kreuznach Pfr. Piotr Prończuk und in Koblenz, Andernach, Neuwied, Mayen unser Pfr. Dr. Wojciech Styś.

In den letzten fünf Jahren, seit dem Silber-Jubiläum im Jahr 2012, entwickelte sich unsere Polnische Mission weiterhin sehr dynamisch. Heilige Messen, auch andere Gottesdienste und unsere Gruppen stellen eine Möglichkeit der Begegnung für Neuzugänge mit „alten” und erprobten Gemeindemitgliedern dar: Messdiener, Lektoren, Kommunionhelfer, der Lebendige Rosenkranz, die Schönstattfamilien, die Gebetsgruppe, die Freunde vom polnischen Radio Maria, der Pfarrgemeinderat, der Seniorentreff, das Apostolat „Margarete”, der Chor „Magnificat”, die Musikgruppe „Laudate Deo”, die Folkloretanzgruppe „Jacy-Tacy-Polacy” und ihre Mini-Version - die Kindertanzgruppe. Alle diese Gruppen freuen sich über neue Mitglieder, empfangen sie mit offenem Armen und bieten den Neuzugängen das Gefühl der Geborgenheit in der neuen Heimat.

Pfarrer Wojciech Styś führt das Werk seiner Vorgänger mit großem Engagement fort. Es findet mittlerweile eine Katechese für Kinder aller Altersgruppen statt. Jedes Jahr empfängt eine Gruppe „unserer” Kinder die Erstkommunion. Zweimal in der letzten Zeit, in den Jahren 2014 und 2017 empfingen unsere Jugendlichen durch den Weihbischof Jörg Michael Peters das Sakrament der Firmung.

Wir pflegen unsere religiösen aber auch anderen Traditionen, freuen uns auf den Besuch des Nikolaus (selbstverständlich freut sich besonders unser Nachwuchs!), auf das alljährliche Krippenspiel, auf die Weihnachtsfeier „Opłatek” (das traditionelle gemeinsame Brechen der Oblate), auf den Karnevalsball für Gross und Klein und auf sonstige gemeinsame Feiern wie z.B. den Maiball, Andreasball oder für die Jüngsten der Allerheiligenball, gedacht als Alternative zu Halloween.

Wir feiern gemeinsam jedes Jahr unser Pfarrfest, das Erntedankfest, besuchen an Allerheiligen die Gräber der polnischen Zwangsarbeiter auf dem Koblenzer Friedhof und am letzten Sonntag eines jeden Monats gibt es unsere „Kawiarenka”, eine gemütliche Runde bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sowie einmal im Monat, mittwochs, einen immer gut besuchten Seniorentreff.

Unsere Mission nimmt auch gerne am Lützeler Stadtteilgeschehen teil, beteiligt sich an Koblenzer Initiativen (Lützeler Bürgerfest, Kirmes, Beirat für Migration und Integration, Interkulturelle Wochen, Fest der Kulturen).

Aufgrund des im Juli 2016 begonnen Umbaus des gesamten St. Antonius-Pfarrzentrums (auch der Räumlichkeiten, die bis dahin uns als Mission zu Verfügung standen) zum Bürgerzentrum, finden unsere Aktivitäten nun unter sehr erschwerten Bedingungen statt, und manche fallen sogar ganz aus. Wir behelfen uns zum Teil damit, dass z.B. die Katechese für Kinder nach der Sonntagsmesse in unseren Büroräumlichkeiten im Stadtzentrum stattfindet, zum Teil weichen wir auf weiter entfernt gelegene Räumlichkeiten der Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Neuendorf aus oder mieten Räume privat an. Wir hoffen sehr, dass sich, nachdem der Bau des neuen Bürgerzentrums in naher Zukunft abgeschlossen sein wird und dann allen Lützeler Bürgern und Vereinen zur Verfügung steht, auch unsere räumliche Situation wieder wesentlich verbessert.

Unser Pfarrer Wojciech Styś setzt auch unsere Tradition der Pilgerreisen fort. Unsere Gemeinde pilgert gerne jedes Jahr im Mai zu Fuß nach Kamp-Bornhofen und nimmt Jahr für Jahr an der Fahrt nach Trier zum Heiligen Rock und nach Banneux in Belgien teil.

Zwei Pilgerreisen hatten für uns als Polnische Katholische Mission eine besondere Bedeutung. Die Erste führte im Frühjahr 2016 nach Südamerika, nach Peru und Bolivien. In Bolivien arbeitet Kaplan Konrad Lisowski, der erste Priester, den unsere Polnische Mission hervorbrachte, als Missionar unter den Allerärmsten. Pilger aus unserer Gemeinde sind sehr herzlich von den Menschen in Bolivien empfangen worden. Und Kaplan Lisowski erzählte mit großer Begeisterung von seiner Arbeit und dankte für die Unterstützung durch Gebete und auch für die sehr wichtige finanzielle Hilfe, die unsere Mission leistet.

Die zweite besondere Pilgerfahrt führte im Mai dieses Jahres in unsere Heimat, nach Polen. Der Diakon Mateusz Schleger SChr wurde am 23. Mai im Posener Dom durch den Bischof Damian Bryl zum Priester geweiht. Das war und ist ein sehr bedeutendes Ereignis für uns als Gemeinschaft der Gläubigen: die zweite Berufung zum Priester aus unseren Reihen und hoffentlich nicht die letzte. Wie beten dafür, dass es nie an denen fehlen wird, die das Wort Gottes verkünden und uns die Sakramente spenden.

Der Neopresbyter Mateusz Schleger besuchte kurz danach die Polnische Katholische Mission in Koblenz, um am Pfingstsonntag, den 4. Juni 2017, mit uns seine erste Messe in der Heimatgemeinde zu feiern. Nach der Primizmesse feierten wir zusammen vor der Kirche und gratulierten dem frisch geweihten Priester.

Am Samstag, den 13. Mai dieses Jahres (genau dem hundertsten Jahrestag der ersten Marienerscheinung in Fatima) feierte unser Pfr. Dr. Wojciech Styś sein 20-jahriges Priester-Jubiläum. Nach der feierlichen Heiligen Messe, die von geladenen Priestern mitgelesen wurde und in der Kirche Herz Jesu stattfand, wurde in großer Runde mit vielen Gemeindemitgliedern im Pfarrgarten fröhlich gefeiert.

Wir, die Gemeinschaft der Polnischen Katholischen Mission, wünschen unseren Priestern von ganzem Herzen Gottes Segen, Beständigkeit in der priesterlichen Berufung und Bestätigung in der seelsorgerischen Arbeit! Wir schließen sie in unsere Gebete ein und wollen sie, wo immer es nötig und möglich ist, unterstützen.

In diesem Jahr feiern wir als Mission unser 30-jähriges Jubiläum. Die Hauptfeierlichkeiten finden am 21. Oktober 2017 ab 13 Uhr unter der Leitung des Trierer Bischofs Dr. Stefan Ackermann statt. Wie sind als Gemeinschaft der Gläubigen der Polnischen Katholischen Mission dem Bistum Trier unendlich dankbar für die vielfältige Unterstützung, die wir von Seiten der deutschen Kirche seit 30 Jahren erfahren. Ein herzliches „Bóg zapłać!” - „Vergelt’s Gott!”

Hoffentlich werden die hier in Kürze erzählte Geschichte unserer Mission, der Glaube und die Haltung unserer Vorgänger zum Vorbild für uns Gläubige von heute und ermutigen uns zur weiteren, regen Beteiligung am gemeinsamen Werk. Und das heißt - die Polnische Katholische Mission in Koblenz.

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Vorwort zur Festschrift zum 30-jährigen Bestehen

der Polnischen Katholischen Mission Koblenz

Liebe Schwestern und Brüder,

zum 30. Jubiläum der Polnischen Katholischen Mission Koblenz gratuliere ich Ihnen als Ihr Bischof von ganzem Herzen.

Bereits in der Apostelgeschichte erfahren wir, dass die Frohe Botschaft regionale, sprachliche und auch kulturelle Grenzen überschreitet. So ist es bis heute geblieben. Und so freue ich mich, dass auch das Bistum Trier einer Vielzahl von Nationalitäten und Sprachgruppen eine kirchliche Heimat bieten kann. 10 % der Katholiken im Bistum Trier sind entweder selbst in einem anderen Land geboren oder haben unmittelbare Vorfahren, die aus verschiedenen Gründen aus anderen Ländern hierhergekommen sind. Unter ihnen ist die polnische Sprachgruppe die größte.

Das Leben in einem fremden Land und mit einer fremden Sprache bringt viele Veränderungen, manche Unsicherheiten und vielleicht auch Ängste mit sich. Wie gut ist es dann, einen gemein-samen Glauben zu haben, der verbindet. Und wie gut, wenn man diesen Glauben in der neuen Heimat auch in der eigenen Muttersprache, mit den von Kindheitstagen vertrauten Gebeten, Liedern und Frömmigkeitsformen zum Ausdruck bringen kann. Hier ein Stück Heimat zu bieten ist wohl die erste und wichtigste Aufgabe der Katholischen Missionen und muttersprachlichen Gemeinden. Was ist das anderes als „vom Einzelnen her zu denken“, wie es uns unsere Trierer Diözesansynode aufgetragen hat. Dass dies möglich wird, ist der Bereitschaft der polnischen Bischöfe zu danken, immer wieder Priester für diesen Dienst hier in Deutschland freizustellen. Es ist den Priestern selbst zu danken, aber auch den anderen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unermüdlich in den Gemeinden Dienst tun. Nicht zuletzt ist es auch den gastgebenden deutschen Pfarreien zu danken, die ihre Kirchen und kirchlichen Gebäude gerne zur Verfügung stellen. Ihnen allen sage ich ein herzliches Vergelt’s Gott.

Schon durch ihre bloße Existenz stehen die muttersprachlichen Gemeinden für eine Welt, in der man in Frieden und Eintracht mit Menschen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen zusammenleben und den Glauben bekennen kann, ohne dabei das jeweils Eigene zu verlieren. In der alltäglich praktizierten Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen Gemeinden können sie ein Beispiel für gelingendes Miteinander sein.

Ich möchte Sie als Ihr Bischof bitten, auf dem eingeschlagenen Weg mutig und entschlossen weiterzugehen. Dazu erbitte ich Ihnen von Herzen Gottes Segen und die Fürsprache der Gottesmutter, die die Patronin Ihrer Heimat und unseres Bistums Trier ist.

Trier, im Mai 2017

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Liebe Leser, Gemeindemitglieder

der Polnischen Katholischen Mission in Koblenz!

Ich bin Pfarrer der Polnischen Katholischen Mission in Koblenz, die eine Personalpfarrei darstellt. Zu dieser Gemeinde gehören gläubige Katholiken polnischer Abstammung, die auf 2/3 des Gebietes der Diözese Trier leben.

Unsere Gemeinde zählt ca. 23,5 tausend Gläubige, wovon 3900 in Koblenz und Umgebung wohnen. In meiner Seelsorgearbeit werde ich von den Kooperatoren Pfarrer Dr. Zbigniew Stokłosa (Trier) sowie Pfarrer Mgr. Piotr Prończuk (Bad Kreuznach) unterstützt.

Das Büro unserer Mission befindet sich in Koblenz in der Brenderweg 17-21.

Hl. Messen werden in polnischer Sprache in 15 Kirchen auf dem Gebiet der Diözese Trier gefeiert. In Koblenz jeden Freitag (18.30 Uhr) sowie jeden Sonntag (9.30 Uhr) in der Kirche St. Antonius in Lützel. Des Weiteren werden in unserer Gemeinde alle Sakramente gespendet, so wie dies auch üblich ist.

Die Gemeinde der Poln. Kath. Mission ist äußerst lebendig und dynamisch, und dies zeigt sich auch an den zahlreichen Aktivitäten in der Mission: So wird das Gemeindeleben durch die Lektoren, Messdiener wie auch Kommunionhelfer, die Gruppe des lebendigen Rosenkranzes, die Seniorengruppe, den Chor „Magnificat“, die Folkloretanzgruppe der Erwachsenen „Jacy-Tacy-Polacy“, die Kindertanzgruppe und die Musikgruppe „Laudate Deo“ bereichert. Ebenso findet regelmäßig Katechese für Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters statt. Sehr oft treffen sich Mitglieder der Gemeinde, um gemeinsam bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen oder bei Festen das Tanzbein zu schwingen.Zudem unterstützt die Mission in Koblenz Missionare, vor allem Pfarrer Konrad Lisowski, der zurzeit in Bolivien auf Mission ist, und aus unserer Gemeinde stammt.

Die polnische Religiosität ist durch Tradition geprägt und sehr verankert im Alltag der Polen. Dies resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an Katholiken in Polen (über 90 %). Diese religiöse Bindung konnten Sie während der diesjährigen Weltjugendtage in Krakau bewundern, wo die Jugend aus aller Welt zusammen kam und gemeinsam in die Geheimnisse Göttlicher Barmherzigkeit eintauchte. Bei dieser Gelegenheit lernten sie die Kultur sowie Sitten und Bräuche unseres Heimatlandes Polen kennen.

Ich nehme an, dass bestimmt viele von Ihnen Polen bereits besucht und bereist haben. Sollte dies noch nicht der Fall gewesen sein, so lade ich Sie herzlich dazu ein, dies zu tun und die schöne und unberührte Natur Polens zu entdecken: Pommern, Masuren, sowie die Berge (Karpaten, Bieszczady, Sudeten) im Süden des Landes. Erwähnens- und empfehlenswert sind selbstverständlich die historischen Städte wie Danzig, Warschau, Krakau, Posen, Breslau, und viele andere. Bei dieser Gelegenheit sollten die Marienheiligtümer in Polen nicht vergessen werden: Tschenstochau, Lichen, Kalwaria Zebrzydowska, um nur einige zu nennen.

Polen ist ein wunderschönes Land, und die Menschen sehr wohlwollend und freundlich. Ich denke, dass jede und jeder, der dies erfahren hat, auch bestätigen kann.

Ich lade Sie recht herzlich in unsere Gemeinde in Koblenz ein, die als ein kleines Stück Polens in diesem wunderschönen Land, in dem wir jetzt leben, gesehen werden kann.

Ich möchte an dieser Stelle allen Personen ein herzliches Dankeschön aussprechen und „Gott vergelt’s“, die sich an den Vorbereitungen für unser 30-jähriges Jubiläum tatkräftig beteiligt haben.

 Pfarrer Dr. Wojciech Styś,  Leiter der Polnischen Katholischen Mission in Koblenz

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7. kwietnia 2020

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